In einem Projekt mit markanter Westfassade klagten Mitarbeitende nachmittags über flirrende Reflexe auf glänzenden Tischen und grelle Fensterstreifen im Monitor. Nach einer Messwoche zeigten HDR-Aufnahmen wiederkehrende Leuchtdichtespitzen. Wir kombinierten außenliegende Lamellen mit leicht textilen Innenrollos, setzten matte Tischauflagen ein und passten die Regelhysterese an. Die Eingriffe wirkten unscheinbar, doch Beschwerden sanken messbar, die Bearbeitungszeiten wurden konstanter, und spontane Übersteuerungen nahmen ab. Besonders geschätzt wurde die ruhige Lichtführung, die Gespräche erleichterte, ohne den Ausblick auf die Abendsonne zu verlieren.
Nicht alle Augen reagieren identisch. Ältere Menschen erleben häufiger Behinderungs- und Belästigungsblendung, benötigen höhere Kontraste und profitieren besonders von gleichmäßigen Leuchtdichten. Kinder in Klassenräumen brauchen gut beschattete Tafelflächen, während ihre Blickbeziehungen nach draußen erhalten bleiben. Präzise Anforderungen unterscheiden zwischen filigranen Sehaufgaben, kreativen Tätigkeiten und Kommunikation. Relevante Richtlinien geben Orientierungen für vertikale Beleuchtungsstärke, Reflexionsgrade und Blendungsbegrenzung, ersetzen jedoch nicht die Beobachtung vor Ort. Ein fein abgestimmtes Konzept berücksichtigt Alter, Aufgaben und Tagesrhythmen, damit niemand benachteiligt wird und alle entspannt, aufmerksam und motiviert bleiben.